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Krypto Research Analyst
Yusuf Demirci schreibt die kryptoorientierten Guides und Analysen von CoinRithm. Seine Arbeit deckt Paper Trading, Portfolio-Tracking, Watchlists und Analyse-Frameworks zum Verstehen von Kryptomaerkten ab.
Die Elliott-Wellen-Theorie ist eines der am häufigsten missverstandenen Tools in der technischen Analyse. Manche Trader behandeln sie wie eine Kristallkugel. Andere lehnen sie als „zu subjektiv“ ab.
Die nützliche Wahrheit liegt dazwischen: Elliott Wave ist ein Framework, um Trendrichtung zu erkennen, einzuordnen, wo du im Zyklus stehst, und klare Invalidation-Level zu definieren. Als Entscheidungshilfe (nicht als Prophezeiung) kann sie dir helfen, Krypto konsistenter zu traden.
Wenn du dir schon mal gedacht hast: „Krypto ist chaotisch – es pumpt, dumpt und dreht ohne Vorwarnung“, startet Elliott mit einer simplen Annahme: Märkte bewegen sich oft in wiederkehrenden Wellenstrukturen, die von Massenpsychologie getrieben sind.
In diesem Guide lernst du:
Du kannst Elliott mit jedem Trading-Stil kombinieren, aber es funktioniert am besten mit sauberem Risikomanagement und einem klaren Workflow. Wenn du zuerst ein breiteres Fundament willst, lies unseren Guide zu Fundamentalanalyse vs Technische Analyse bei Krypto.
Für eine anfängerfreundliche externe Einführung ist BabyPips sehr gut: BabyPips – Elliott Wave Theory. Für formellere Terminologie (Degrees, Varianten, Impuls/Korrektur) ist Elliott Wave International eine bekannte Referenz: elliottwave.com.
TL;DR
Inhaltsverzeichnis
Die Elliott-Wellen-Theorie (EWT) ist ein Framework der technischen Analyse, das beschreibt, wie Preise oft in wiederkehrenden Zyklen verlaufen – getrieben von Psychologie und Verhalten der Marktteilnehmer.
Statt Preisbewegungen als zufällig zu sehen, beschreibt Elliott typischerweise ein Wechselspiel zwischen:
In Krypto wirken diese Phasen oft deutlicher, weil das Sentiment extremer ist.
Eine einfache Art, Elliott zu verstehen, ist Teilnahme:
Danach korrigiert der Markt (A-B-C), während Euphorie abkühlt und Preis wieder Balance sucht.
Das ist keine perfekte Zukunftsvorhersage. Es ist ein Rahmen, um praktische Fragen zu beantworten:
In der „klassischen“ Darstellung sieht die Struktur so aus:
Ein Impuls ist die Hauptbewegung im Trend. In einem bullischen Impuls:
In einem bärischen Impuls ist das Muster umgedreht.
Ein praktischer Takeaway: Welle 3 ist oft die stärkste und längste, besonders in Krypto-Trends mit hohem Momentum.
Eine Korrektur ist die Gegenbewegung nach einem Impuls. Die häufigste einfache Korrektur ist A-B-C:
Korrekturen können simpel oder komplex sein (Zigzags, Flats, Triangles). Du musst nicht jede Variante auswendig lernen – wichtig ist zu erkennen, ob der Markt sauber trendet oder seitwärts „überlappt“.
Krypto ist stark sentiment-getrieben, und Sentiment verläuft oft in Zyklen:
Weil Elliott ein Psychologie-First-Framework ist, finden viele Trader die Impuls/Korrektur-Linse gerade in Krypto besonders nützlich.
Wenn du nur eine Sache mitnimmst: Diese Regeln. Ein gültiger Impuls-Count muss sie einhalten (Standard-Impuls, nicht Ausnahmen und fortgeschrittene Varianten).
Im Aufwärtstrend darf Welle 2 nicht unter den Startpunkt von Welle 1 fallen. Passiert das, ist deine Zählung falsch (oder du bist auf einem anderen Timeframe/Degree).
Welle 3 ist oft die stärkste, aber die strikte Regel ist einfacher: Sie darf nicht die kürzeste der drei Impulswellen sein.
In bullischen Standard-Impulsen fällt Welle 4 typischerweise nicht in das Preisgebiet von Welle 1. Wenn es stark überlappt, kann es sein, dass du gerade siehst:
Guidelines sind keine „Muss“-Regeln, aber sie helfen enorm, zwischen zwei plausiblen Counts zu wählen.
Wenn Welle 2 scharf ist (schnell, tief), ist Welle 4 oft seitwärts (langsam, flach) – und umgekehrt. Das hilft, Pullbacks realistischer zu erwarten.
In starken Trends läuft Welle 3 oft weiter als Welle 1 und Welle 5. Wenn Momentum deutlich expandiert, kann es sein, dass du in Welle 3 (oder etwas Ähnlichem) bist.
Fibonacci erzeugt keine Bewegung, aber es zeigt oft, wo Orders clustern. Elliott nutzt Fibonacci, um:
Fibonacci ist am einfachsten, wenn du es als Zonen betrachtest – nicht als einzelne „magische“ Preise.
Wenn du neu bei Fibonacci bist, ist dieser Überblick ein guter Start: Fibonacci retracement (Investopedia). (Als Messhilfe nutzen, nicht als Vorhersage.)
Zonen, die du immer wieder siehst:
Welle 2 retraced häufig stärker als Welle 4 – aber das ist kein Gesetz. Struktur und Invalidation kommen zuerst, Fibonacci ist danach Bestätigung.
Häufige Projektionen in Elliott:
Für Welle 5 schauen viele Trader z. B. auf:
Nochmals: Zonen und Wahrscheinlichkeiten, keine Garantien.
Wellen zählen wird „subjektiv“, wenn man ohne Prozess arbeitet. Hier ist eine Methode, die du auf jedem liquiden Krypto-Chart (BTC, ETH, Majors) wiederholen kannst.
Starte auf einem höheren Timeframe (z. B. 1D oder 4H), um die grobe Struktur zu finden. Zoome erst dann rein (1H / 15m), wenn du eine Unterwelle innerhalb einer größeren Welle labeln willst.
Wenn du mitten im Count ständig die Zeitebene wechselst, „reparierst“ du Labels nur noch, damit sie zur letzten Kerze passen.
Frag dich:
Wenn es überlappt und messy ist, zwing keine 1-2-3-4-5 rein.
Suche die sauberste gerichtete Bewegung mit Momentum-Expansion. Label sie als Kandidat für Welle 1 oder Welle 3 und arbeite dich dann nach außen:
Bevor du „Feintuning“ machst, teste zuerst die Regeln:
Wenn eine Regel bricht, brauchst du eine andere Struktur oder einen anderen Degree.
Miss:
Das „beweist“ den Count nicht, aber es hilft, zwischen zwei Optionen die realistischere zu wählen.
Dein Count muss dir sagen, wo du falsch liegst.
Beispiele:
Wenn du keine Invalidation definieren kannst, ist es noch kein Trade-Setup.
Elliott-Wave-Trading ist nicht „Welle 1 kaufen, Welle 5 verkaufen“. Es geht um Struktur, Timing und Risiko.
Ziel: Früh in eine mögliche Welle 3 rein.
Worauf achten:
Risiko-Idee:
Ziel-Idee:
Ziel: Den Move in Welle 5 (oder eine extendete Fortsetzung) erwischen.
Worauf achten:
Risiko-Idee:
Ziel-Idee:
Ziel: Vermeiden, Pullbacks als „Trend ist vorbei“ zu missinterpretieren – und bessere Entries zu finden, wenn die Korrektur ausläuft.
Worauf achten:
Risiko-Idee:
Elliott geht schief, wenn man Labels erzwingt.
Wenn Kerzen stark überlappen, Breakouts scheitern und der Chart „zäh“ ist, ist das oft Korrektur/Range. In solchen Phasen ist eine einfache Struktur-Lesung (Trend vs Range) meist wertvoller als ein detaillierter Count.
Wenn du ständig Degree/Timeframe wechselst, machst du aus Analyse eine Story. Entscheide dich für einen Degree und arbeite konsequent.
Ohne „ich liege hier falsch“ ist es kein Setup. Elliott ist besonders stark, wenn es dir klare Invalidation liefert.
Elliott ist mächtig – aber nicht perfekt:
Die Lösung: Halte es simpel. Handle nur Zählungen, die klare Invalidation liefern, und erzwing keine Labels in choppigen Phasen.
Nutze diese Kurzreferenz, um Counts geerdet zu halten.
| Thema | Faustregel |
|---|---|
| Impulsstruktur | 5 Wellen: 1-2-3-4-5 (Trend) |
| Korrekturstruktur | 3 Wellen: A-B-C (gegen Trend) |
| Kernregeln | Welle 2 bricht nicht Welle-1-Start; Welle 3 ist nicht die kürzeste; Welle 4 überlappt Welle 1 nicht (Standard-Impuls) |
| Typische Welle-2-Zone | Oft 50%–61,8% Retracement (variiert nach Trendstärke) |
| Typisches Welle-3-Ziel | Oft ~1,618× Welle 1 (als Zone betrachten) |
| Best Practice | Immer Invalidation vor Entry definieren |
Du brauchst keine 12 Indikatoren. Ein sauberer Workflow gewinnt oft:
Manche nutzen Momentum-Indikatoren (z. B. RSI) als sekundäre Bestätigung (Divergenzen nahe Welle 5 sind ein Klassiker), aber dein Count sollte zuerst ohne Extras funktionieren.
Der schnellste Weg, besser zu zählen, ist Wiederholung:
Wenn du Execution ohne Risiko üben willst, starte mit Paper Trading und behandle deinen Count als Hypothese, die du testest. CoinRithms Blog ist genau für diesen Workflow gedacht: Konzept lernen, testen, iterieren.
Du kannst außerdem CoinRithms Markt-Tools nutzen, um Kontext über Assets und Timeframes zu behalten:
Es kann in Krypto sehr nützlich sein, weil sentiment-getriebene Moves oft klare Impulse und Korrekturen erzeugen. Aber „genau“ im Sinne von „immer richtig“ ist es nicht. Behandle es als Framework für Trend + Risiko und sei strikt bei Invalidation.
Höhere Timeframes (4H, 1D, 1W) liefern meist die sauberere Struktur und weniger Noise. Niedrige Timeframes funktionieren auch, aber Counts ändern häufiger und erfordern engeres Risikomanagement.
Im Standard-Impuls: (1) Welle 2 darf nicht über den Start von Welle 1 retracen, (2) Welle 3 darf nicht die kürzeste von 1/3/5 sein, (3) Welle 4 darf Welle 1 nicht überlappen.
Nein, aber es hilft. Fibonacci ist vor allem ein Messwerkzeug, um typische Retracement-/Extension-Zonen zu schätzen und alternative Counts zu vergleichen.
Weil Märkte verschachtelte Strukturen über Timeframes (Degrees) haben und Korrekturen komplex werden können. Subjektivität reduzierst du durch Prozess und indem du nur Counts tradest, die klare Invalidation liefern.
Ja – wenn du es simpel hältst: Impuls vs Korrektur erkennen, die 3 Regeln lernen, auf höheren Timeframes üben und klein (oder per Paper) traden.
Sie wurde in den 1930ern von Ralph Nelson Elliott entwickelt, um wiederkehrende Marktzyklen zu beschreiben. Das meiste moderne Material baut auf dieser Basis auf und erweitert es um zusätzliche Muster und Begriffe.
Elliott ist kein garantierter Forecast. Es ist ein Marktstruktur-Framework, das dir hilft:
Wenn du Elliott diszipliniert nutzt (und Labels nicht erzwingst), kann es Struktur in deine Krypto-Trading-Entscheidungen bringen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Bildungszwecken und ist keine Finanzberatung. Krypto-Trading ist risikoreich, und du kannst Geld verlieren.